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Doris Huggel, Die Zwilchenbarts in Basel und Liverpool und der Bau der Neugotischen Kirche von Kilchberg, Baselland (1866-1868), 2011

256 Seiten, 55 Abbildungen, genealogische Tafeln, Format 17 x 24 cm, gebunden

Aussen eine landläufige neugotische Kirche, im Innern dezidiert englisch, warf die Martinskirche in Kilchberg/BL – eine der schweizweit raren Stifterkirchen – nicht nur bezüglich eines konkreten Vorbildes viele Fragen auf. Dieses Buch widmet sich den kulturhistorischen, sozialen und wirtschaftlichen Gründen, die 1868 im abgelegenen Baselbieter Dorf die Konstruktionsart der berühmten ersten Eisenkirche St. George in Everton/Liverpool, einer Ikone der Architekturgeschichte, wirksam werden liessen. Es leistet damit einen Beitrag zur Kenntnis der Neugotikrezeption in der Schweiz. Die Einflussnahme verschiedener Parteien während des Baus wird aufgezeigt, ohne deren Kenntnis einiges am entstandenen Werk unerklärlich bliebe. Durch die Darstellung des Stifters in seiner mit Kilchberg stark kontrastierenden Lebenswelt, entstand ein Beitrag zur Familiengeschichte der Basler Gegend und zugleich zur Wirtschaftsgeschichte der Schweiz, deren Entwicklung stark von Initiativen auswärts lebender Schweizer beeinflusst wurde. Und es wird einsichtig, weshalb dem Stifter in der bisherigen Literatur nur eine geringe Rolle zugestanden und die Vorbildkirche überhaupt nicht genannt wurde. Der junge Architekt Paul Reber führte mit der Kilchberger Kirche seine zweite Kirche innert kurzer Zeit aus, an der er bleibende Einsichten für sein späteres Werk gewann. Sein Werkverzeichnis, das in diesem Buch zum ersten Mal zusammengestellt wurde, zeigt, dass er als herausragender Kirchenarchitekt der Schweiz des 19. Jahrhunderts zu gelten hat.